MASTERTHESIS| WiSe 15

Bunker Architektur

Mariana Ferreira, Martyna Woinarowska

MASTERTHESIS | WiSe15

 

 

FOODWORKS

Romina Falk

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Bunker Architektur

Mariana Ferreira, Martyna Woinarowska

 

Die Typologie des Bunkers ist historisch, architektonisch und baukonstruktiv eine Besonderheit, die oft mit der Zeit zu einem verlassenen Gebilde in unserem Stadtbild geworden ist. Obwohl der Bunker sehr stark und massiv ist, werden sie in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Für eine Umnutzung stehen sie schon längst bereit, aber ironischerweise sind genau die besondere Merkmale dieser Typologie der Grund warum eine Umnutzung vermieden wird – dicke Außenwände; symmetrische, kleinteilige Aufteilung oder die Abwesenheit an Öffnungen zum Außenraum u.a. In den Augen von Investoren ist ein Umbau meistens ein Aufwand der sich nicht lohnt. 

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Die Idee war, mittels den Eigenschaften dieser Struktur eine neue Nutzung zu finden, die davon profitieren konnte. Der Bestand sollte neu definiert und interpretiert werden, aber trotzdem authentisch bleiben. Die Kernprinzipien des Baus sollten immer noch erkennbar und erlebbar bleiben, allerdings würde ein neues Programm auch neue Anforderungen und Notwendigkeiten mit sich bringen, die wiederum an die Bestandsstruktur angepasst werden müssten. Massivität, Symmetrie und Präzision sind Prinzipien, die in der neuen Nutzung immer noch präsent sein sollten. Das Potenzial des Bestandes war der Ausgangspunkt für eine Untersuchung, die uns dann zu einem Programm führen sollte.

 

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Zusammen mit dem Konzept von der Wahrnehmung von Schwerkraft ist das Prinzip vom “Auf- und Abtauchen” innerhalb des Gebäudes entstanden. Im Erdgeschoss wird viel von der originalen Bestandsstruktur behalten, sodass die Massivität und Dichte des Bunkers empfunden werden kann. Der Aufgang zum ersten Obergeschoss wird ein Auftauchen konkretisieren, einen Ausbruch aus der Masse. In diesem Geschoss befinden sich die Wasserbecken, die wiederum ein Eintauchen in die kubische Masse des Wasser erlauben. Der Zugang zum zweiten Obergeschoss wird als ein neues Eintauchen wirken, aber diesmal in der Masse des Gebäudes. Auf dieser Etage ist die Bestandsstruktur wieder erlebbar, aber mit erkennbarem Unterschied zum Erdgeschoss. Dieses Prinzip verstärkt die Notwendigkeit von neuen Erschließungsflüssen, sodass alle Geschosse unterschiedlich erlebt werden.

 

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FOODWORKS

Romina Falk

 

Lage

Als Standort wurde das Grundstück gewählt, auf dem sich seit einigen Jahren die Prinzessinnengärten befinden. Die 5.500 qm große Fläche ist als Gewerbegrundstück ausgewiesen, verfügt über eine hohe Präsenz im Stadtraum, eine gute Verkehrsinfrastruktur und liegt in einer durchmischten Wohngegend sowie einer anregenden, kreativen Nachbarschaft. Anliegen des Entwurfs ist nicht die Gärten zu verdrängen. Es wird aber davon ausgegangen, dass dieses umstrittene Grundstück auf lange Sicht verkauft und bebaut werden soll. 

Das hier vorgeschlagene Modell soll eine Alternative zu beispielsweise einem komplett privaten Bürogebäude sein und darüber hinaus das Fortbestehen der derzeitigen Nutzung und der damit verbundenen Öffentlichkeit im Programm aufnehmen.

 

10.5 Lageplan 1-2000 _ Layout

 

Programm

Programmatische Idee des Entwurfs ist ein Gebäude, das als Zentrum für handwerkliche und kleinteilige Lebensmittelproduktion gesehen werden kann. Da kleine, unabhängige Lebensmittelproduzenten wie auch andere Gewerbetreibende immer größere Probleme haben Räumlichkeiten in zentralen Lagen zu finden, soll dieser Entwurf ein Modell für einen neuen, öffentlichen und zentralen Gewerbehof sein.

Räume und Infrastruktur sollen hier zum Teil gemeinsam genutzt werden können. Produzenten können sich hier austauschen und einander unterstützen. Darüber hinaus soll das Gebäude der Stadt etwas zurückgeben – es soll kein exklusiver, abgeschlossener Produktionsort entstehen, sondern Stadtraum. Die Idee dahinter ist außerdem, dass damit die oft in die Peripherie verdrängten Prozesse der Lebensmittelherstellung oder der Verarbeitung so wieder mehr in den Alltag gerückt werden – nicht museal, sondern real.

10.6 Nutzungsdiagramm 1-1000 _ Layout

 

KONZEPT 

Wie werden die angestrebte „Gläsernheit“ in der Produktion erreicht, Öffentlichkeit gewährleistet und die Prinzessinengärten erhalten? Welche Gebäudestruktur kann Flexibilität für verschiedenste Produzenten gewährleisten und so dauerhaft adaptiv und nutzbar bleiben? 

 

1. Das gestapelte Erdgeschoss 

Eine Erdgeschossgewerbeeinheit mit angrenzendem Bürgersteig und Straßenfläche wird als ideale, jederzeit öffentlich zugängliche oder einsehbare Produktionseinheit gesehen. Die Außenerschließung und die Öffnung des Gebäudes zum Straßenraum machen die Produktion auf natürliche Weise allgegenwärtig und transparent. Konzept des Gebäudes soll daher weitergeführter Straßenraum, eine Stapelung von Erdgeschossen sein, die über eine Außenerschließung erreicht werden. 

Die fließend angelegten „Straßen“ werden vielschichtig belegt, angeeignet und verhandelt. Eine großzügige Wendelrampe stellt die vertikale Verbindung her, ermöglicht einen sichtbaren Waren- und Personenfluss und besitzt Aufforderungscharakter. Der rohe Parkhaus Charakter ist dabei durchaus erwünscht. Zwei weitere Außentreppen an den Stirnseiten und mehrere zentrale Lastenaufzüge dienen dem weiteren vertikalen Personen- und Warenfluss. 

 

2. Der Terrassengarten 

Die Prinzessinengärten bleiben erhalten und werden in das Gebäude integriert. Eine Abtreppung der Geschossflächen nach Süden ermöglicht eine ideale Belichtung der Gartenflächen. Abgesehen von nicht versiegelten Außenflächen, wird weiterhin in mobilen Säcken und Kisten angebaut. Das Gebäude schiebt sich unter den Garten. Dies führt zu zwei unterschiedlichen Gebäudeseiten. Zum Moritzplatz erfolgt eine nahezu klassische Schließung des Blockrandes, jedoch porös und roh. 

 

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