MASTERTHESIS | WiSe 12

Neubau eines Krematoriums

Elise Chop

 

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Wie in vielen anderen Teilen der Welt nimmt auch in der Schweiz die Zahl der Feuerbestattungen stetig zu. Die Gründe für diesen Anstieg sind teils psychologischer, vor allem aber ökonomischer Natur. Um dem logistischen Bedarf von ca. 4000 Kremationen pro Jahr gerecht werden zu können, plant die Stiftung Krematorium St. Gallen den Neubau eines Krematoriums auf dem Feldli-Friedhof an der Nordgrenze der Stadt. Dieser soll das alte bestehende Krematorium, dessen Kapazität mit nur einer Ofenlinie nicht ausreicht und dessen veraltete Technik den heutigen Anforderungen bei weitem nicht entspricht, ersetzen.

 

Entwurfsbegleitende Gedanken und zentrale Fragestellungen

Technik&lt, Verbrennungsofen, Knochenmühle, Einspeisung in das Fernwärmenetz – von diesen Komponenten wollen manche am liebsten gar nichts wissen, und doch ist dieses “hässliche Unbekannte” der zentrale Bestandteil eines Krematoriums. Wie integriert man die unabdingbaren technischen Anlagen sensibel in das Gebäude, ohne sie zu verheimlichen, aber auch ohne eine Abwehrhaltung bei den Besuchern zu erzeugen?

 

FREIER ENTWURF | MT WiSe  12
FREIER ENTWURF | MT WiSe 12

Prozesse und Abläufe

Die Prozesse und Tätigkeiten in einem Krematorium sind vielfältig – punktuell und einmalig (auf Seiten der Trauergemeinde) genauso wie nüchtern und routiniert (auf Seiten der Mitarbeiter). Wie gestaltet man die die Schnittstellen dieser Prozesse und Abläufe so, dass sich keine Seite in ihrem Handeln eingeschränkt oder nicht ernst genommen fühlt?

 

Architektonische Qualität

Ein Krematorium empfängt seine Nutzer in zumeist in einem Zustand emotionaler Fragilität und Verunsicherung. Wie kann eine Architektur so beschaffen sein, dass ihr der Mensch seine Hinterbliebenen zuversichtlich anvertraut? Kann sie in der Lage sein, Ängste und Beklemmungen zu minimieren? Kann sie Sicherheit und temporären Schutz vermitteln?

 

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Grundriss EG

 

Transzendenz und Universalität

Jeder Tote und jeder Trauergast ist ein Individuum mit ganz persönlichem Hintergrund und Schicksal. Welcher architektonischen Metaphern jenseits religiöser Symbolismen und plakativer Gesten kann man sich bedienen, um eine universelle Komponente der Transzendenz zu vermitteln? Wie kann Architektur jedem Einzelnen, unabhängig von kulturellen und sozialen Hintergründen, auf seinem letzten Weg angemessene Würde verleihen?