MASTERTHESIS | SoSe 14

documenta Archiv

Jan Blifernez

 

 

Baltic Thermal Pool Park 

Vera Hagspiel und Lisa Kowalsky

 

 

Ruins 1:1  

Lisa Heidenblut und Johanna Dreier

 

 

Vernacular Versatility for Berlin 

Matthias Bednasch, Anastasiya Vitusevych und Björn Wittik

 

 

 

 

 

 

 

 

documenta Archiv

Jan Blifernez

 

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Die Kasseler Innenstadt wurde während des zweiten Weltkrieges völlig zerstört und nie wieder aufgebaut. Die Stadt ist seither dominiert von Nachkriegsarchitektur, welche in den Augen vieler Kasseler als ein sehr tristes Stadtbild wahrgenommen wird. Es gibt wenige kulturelle und touristische Angebote. Einegroße Ausnahme ist daher die fünf-jährig stattndendeund weltweit größte zeitgenössische Kunstausstellung “documenta“. Für 100 Tage verändert sich das Stadtbild Kassels vollständig. 

 

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Das Publikum ist international und kosmopolit und die Stadt lockt mit einem vielfältigem kulturellem Programm. Leider endet dieser Ausnahmezustand gleichzeitig mit dem letzten Tag jeder documenta. Auch wenn mittlerweile einige Kunstwerke die Stadt schmücken und an ihre starke Verbindung zur zeitgenössischen Kunst erinnern, bleibt wenig documenta-Charakter in den vier langen Nicht-documenta Jahren erhalten. Mit dem documenta Archiv möchte ich ein öentliches Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Forschungsgebäude entwerfen, das während der fünfjährigen Abwesenheit einer der weltweit bedeutesten Kunstausstellungen, der Satd als Schauplatz eines permanenten Kunst und Kulturaustausches dienen soll.

 

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Mit dem neuenu Archiv möchte ich einen Ort schaen, welcher sich einer breiten Masse zuwendet und eine Interaktion und Synergie zwischen professionellen Künstlern une einer interessierten Öentlichkeit bestärkt.

 

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Baltic Thermal Pool Park 

Vera Hagspiel und Lisa Kowalsky

 

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Grundlage der Masterarbeit und des vorliegenden theoretischen Schwerpunkts „Architektur und Kontext“ bildet der Studentenwettbewerb „Baltic Thermal Pool Park“, welcher vom Homemade Dessert in Kooperation mit der Stadtverwaltung von Liepāja in Lettland ausgerufen wurde. Es wird nach einer architektonischen Idee für einenThermalpark mit unterschiedlichen Wellnessangeboten im Innen- und Außenbereich gesucht. Das vorgeschriebene Grundstück befindet sich in der Küstenstadt Liepāja, die als drittgrößte Stadt Lettlands insbesondere durch ihre weiten Sandstrände, die thermischen Quellen sowie eine große Pflanzenvielfalt charakterisiert ist. Die einst militärische Hafenstadt an der Ostsee modifiziert sich immer mehr zu einem wichtigen Standort für den Gesundheitstourismus.

Der „Liepāja Seaside-Park“ ist der ausgedehnteste dendrologische Park des Landes. Er erstreckt sich entlang der westlich gelegenen Ostseeküste und bietet seinen Besuchern zahlreiche Attraktionen. Das 42.533 m² große Baugebiet befindet sich östlich des Grünstreifens und südlich des angrenzenden Krankenhauses „Liepājas PiejurasSlimnica“. Ausgewiesene Grünflächen dürfen aufgrund ihres kostbaren Baumbestandes nicht bebaut werden. Weiterhin können die bestehenden Ruinen auf dem Grundstück im Entwurfsprozess vernachlässigt werden, da ein zukünftiger Abbruch dieser vorgesehen ist. Der zu entwerfende Gebäudekomplex soll Touristen sowie Einheimischen einen Regenerations- und Erholungsort bieten, in dem sie die umliegende Natur genießen sowie vielfältige Kurdienstleistungen in Anspruch nehmen können. Das Thermalbad soll ganzjährig auf einem hohen Qualitätsstand betrieben und zu einem regionalen touristischen Höhepunkt werden.

Generell wurde durch den Ausschuss festgelegt, dass 20% der Gebietsfläche bebaut werden dürfen. Daraus ergibt sich eine Bruttogrundfläche von rund 8.500 m². Weiterhin ist der Entwurf auf eine maximale Gebäudehöhe von 16 m beschränkt. Bäume, die sich nicht in den herausgestellten zu schützenden Arealen befinden, können bei Bedarf beseitigt werden. Das klar definierte Raumprogramm weist 6 Zonen aus, welche feste Bestandteile der vorzulegenden Arbeit sind.

 

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Voneinander unabhängige Erschließungsbereiche in das Gebäude müssen in den Zonen 3,4 und 5 nachgewiesen werden. Weiterhin muss es eine direkte Verbindung zwischen den ersten zwei Zonen sowie den Zonen 3 und 4 geben. Mehrgeschossige Gebäudeteile müssen eine ausreichende Anzahl an Besucher- und Lastenaufzügen ewährleisten. Wir behalten uns vor, gewisse Festsetzungen des Wettbewerbs zu hinterfragen bzw. anzupassen, sollte sich im Rahmen des Entwurfsprozesses eine optimalere Lösung ergeben.

 

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Ruins 1:1
Lisa Heidenblut und Johanna Dreier

 

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Das Projekt RUINS 1:1 entstand aus dem Wunsch, eine Aufgabenstellung so zu gestalten, dass die Ausarbeitung des Entwurfs in einen entsprechend großen Maßstab gelangt, der es erlaubt, sich intensiv mit der Konstruktion und der Detaillösung auseinander setzen zu können. Sodass das Konzept, welches man entwickelt bis zur Umsetzung geplant wird und nicht im konzeptuellen Entwurfsstadium stehen bleibt.
Das Fachgebiet Baukonstruktion und Entwerfen unter der Leitung von Prof. Regine Leibinger/ Gastprofessor Matthias Ballestrem setzt sich seit einiger Zeit mit den architektonischen Potentialen von wärmedämmendem Leichtbeton auseinander und erforscht diese unter Anderem im Projekt INBIG in Kooperation mit dem Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren – Massivbau von Prof. Schlaich.

 

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Die praxisnahe Kompetenz des Fachgebiets hat uns angesprochen und uns dazu bewogen, hier das Projekt Ruins 1:1 zu bearbeiten und von dem Kontakt und der Unterstützung des Fachgebiets Prof. Schlaich ebenfalls zu profitieren. Daraus ist eine Masterthesis entstanden, die über den Tellerrand der Architektur hinausblickt und sich intensiv mit einem speziellen Material – Infraleichtbeton – beschäftigt und in Zusammenarbeit mit Bauingenieuren partiell realisiert werden kann. Bauen im Bestand stellt in der Architektur einen wichtigen und umfassenden Part dar. Die Faszination von Ruinen und die Möglichkeit ein in seinen Ausmaßen berschaubares Projekt zu bearbeiten und partiell in den Maßstab 1:1 zu gehen überzeugten uns, das Projekt Ruins 1:1 zu starten. Infraleichtbeton kam bis jetzt erst einmal auf einer Großbaustelle zum Einsatz. Das Einfamilienhaus Schlaich wurde 2007 in Berlin mit diesem Baustoff realisiert und ist bisher das einzige Bauwerk seiner Art.

 

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Im Rahmen unserer Masterarbeit wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, inwieweit sich das Material für den Einsatz an historischem Bestand eignet. Idee ist es dabei, den Leichtbeton als “Klebstoff” für die ruinöse Bausubstanz zu verwenden. Durch das Aufdicken, das Ein- und Hintergießen des Bestands wird die Substanz sowohl stabilisiert und bewahrt oder ergänzt, als auch gedämmt. Der Dämmbeton wird dabei innen und/oder außen als neue Oberfläche im Kontrast zum Bestand sichtbar. Die alte Bausubstanz wird geschützt und erhalten und entsprechend den aktuellen Anforderungen des Energieeinsparens wieder nutzbar gemacht. Wir verstehen diesen Ansatz als eine nachhaltige Alternative zum Neubau.
Das Untersuchungsobjekt unserer Masterarbeit ist ein stattliches bäuerliches Vierseitgehöft in der Mark Landin, welches in der Tradition der sogenannten Preußischen Landbaukunst gebaut ist, wie sie vor allem von David Gilly propagiert worden war. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz und ist über die Jahre verfallen. 2013 wurde es von dem Berliner Fotografen Jens Wiese erworben und wird Stück für Stück denkmalgerecht saniert.

 

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Im Rahmen der Masterarbeit sollen nun im kleinen Maßstab die Potentiale des Materials im Verbund mit historischer Substanz experimentell getestet werden. Dabei ist es uns wichtig, Lehre und Forschung zu verknüpfen. Unsere Masterarbeit sieht also nicht nur einen Entwurf vor, sondern auch die Realisierung einer Wand vor Ort. Hierbei bekommen wir Unterstützung vom Fachgebiet Prof. Schlaich, das den Infraleichtbeton an der TU Berlin entwickelt. Sie sind für uns Ansprechpartner in materialspezifischen Fragen.

Dieses Projekt ermöglicht die wetvolle Erfahrung im Studium, ein Projekt von Entwurf über Planung bis zur Realisierung durchzuführen. Eine weitere Realisierung im Rahmen eines Sommerworkshops 2015 mit Studierenden des Fachgebiets wäre eine tolle Chance das erste Bauwerk aus Infraleichtbeton in Zusammenhang mit Bestandsbauten durchzuführen.

Als Objekt bietet sich der Schweinestall des Ensembles an, welcher im Gegensatz zu den anderen Bauten stark verfallen ist und hier der Einsatz des Materials Infraleichtbeton an ruinöser Bausubstanz exemplarisch getestet werden kann.

 

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Vernacular Versatily for Berlin

Matthias Bednasch, Anastasiya Vitusevych und Björn Wittik

 

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Unter der Prämisse, dass Berlin in den nächsten Jahren einen erheblichen Bewohnerzuwachs verzeichenen wird, der jetzt schon zu sich verknappenden Wohnraum führt, wird es zwingend erforderlich sein neuen Wohnraum zu schaffen. „Mit der Stadt wächst der Bedarf an Wohnraum, sozialer Infrastruktur, gesundheitlicher Versorgung, Arbeitsplätzen, Mobilitätsangeboten und neuen Stadt- und Freiräumen. Berlin will die wachsende Stadt zukunftsorientiert und solidarisch gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Lebensqualität der Berlinerinnen und Berliner– der Alteingesessenen wie der neu zugezogenen.

Laut dem Planwerk innere Stadt Berlin 2010 und dem Plan für Berlin 2030 werden in Berlin elf Transfromationsräume betrachtet, an denen neue Wohnimpulse entstehen sollen. Unter diesem Hintergrund soll der Wert von Hochhäusern unter neuen Aspekten betrachtet werden. Angesichts des globalen Kilmawandels und des Bewusstseins für städtische Nachhaltigkeit sind Architekten gezwungen die Rolle des Hochhaustypus neu zu denken. Die Auswirkungen von Hochhäusern auf die Umwelt und den städtischen Lebensraum müssen überdacht werden. Nachhaltige Alternativen sollen den wachsenden Anforderungen moderner Städte entgegenkommen. und zur Neugestaltung von Wohn- und Stadtraum führen. Es wird immer wichtiger, dass sich hohe Gebäude mit der Stadtstruktur verbinden und die bestehende Stadt mit der Natur in der Stadt integrieren.

 

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Genius Loci

Berlin ist die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Als eigenes Land ist der Stadtstaat Berlin mit etwa 3,4 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und mit 892 Quadratkilometern die flächengrößte Kommune Deutschlands sowie nach Einwohnern die zweitgrößte der Europäischen Union. Berlin ist eine Enklave im Land Brandenburg und bildet das Zentrum der Metropolregion Berlin/Brandeburg (6 Millionen Einwohner) sowie der Agglomeration Berlin (4,4 Millionen Einwohner). Der Stadtstaat unterteilt sich in zwölf Bezirke. Neben den Flüssen Spree und Havel befinden sich im Stadtgebiet kleinere Fließgewässer sowie zahlreiche Seen und Wälder.

Geschichte

Erstmals 1237 urkundlich erwähnt, war Berlin im Verlauf der Geschichte und in verschiedenen Staatsformen Residenz- und Hauptstadt Brandenburgs, Preußens und des Deutschen Reichs. Ab 1949 war der Ostteil der Stadt faktisch Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Mit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 war Berlin wieder gesamtdeutsche Hauptstadt und wurde in der Folge Sitz der Bundesregierung, des Bundespräsidenten, des Deutschen Bundestags, des Bundesrats sowie zahlreicher Bundesministerien und Botschaften. Berlin gilt als Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wisenschaften. Die Stadt ist ein bedeutender europäischer Verkehrsknotepunkt und eines der meistbesuchten Zentren des Kontinents. Die Sportereignisse, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Museen Berlins genießen internationalen Ruf. In der Stadt leben Firmengründer, Künstler und Einwanderer aus aller Welt. Berlins Architektur, Festivals, Nachtleben und vielfältige Lebensbedingungen sind weltweit bekannt.

 

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