TYPEN

Geometrischen Archetypen, typologische Schemata oder morphologische Reihen?

Lehrforschungsprojekt

Sommersemester 2016

 

TYP | SoSe16
J.L.N. Durand, Portico Typologies, 1802

 

 

Typus:

(von griechisch týpos, Urgestalt, Grundform, Urbild, das ähnlichen oder verwandten Dingen oder Individuen zugrunde liegt)

 

 

Die sich stetig wandelnden Nutzungsanforderungen an Gebäude und der Umgang mit dem Gebäudebestand führen heute zu einer neuen Relevanz typologischer Untersuchungen und Entwurfsmethoden. Vor diesem Hintergrund bietet es sich an, historische und aktuelle Ansätze von typologischem Architekturverständnis kennenzulernen und genauer zu untersuchen.

Der Typusbegriff hat seit der Zeit der Aufklärung eine zentrale Bedeutung in der Architektur- und Entwurfstheorie. In einer Art Mustersammlung verglich der französische Revolutionsarchitekt Jean-Louis-Nicolas Durand –ähnlich einem Naturwissenschaftler- Gebäude miteinander und identifizierte ihre wiederkehrenden Bauteilen. Durch die Rekonfiguration der isolierten Einheiten und Elemente innerhalb eines quadratischen Rasters formulierte er eine systematische Anwendungsgrundlage für den architektonischen Entwurf. Diese Idee einer modular aufgebauten Architektur lässt sich über den Funktionalismus und die Postmoderne des 20.Jahrhunderts bis in den heutigen Architekturdiskurs verfolgen. Demgegenüber stehen andere typologische Methoden wie die Betrachtung von Typen anhand ihrer Entstehungsgeschichte im Sinne einer Abstammungslehre.

In welchem historischen Kontext entstehen die verschiedenen typologischen Konzepte? Welche Relevanz haben Sie für den aktuellen Architekturdiskurs? Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Ansätzen gewinnen und evtl. mit aktuellen Entwurfsmethoden verknüpfen? Wie kann oder muss der existierende Typologiebegriff erweitert oder verändert werden? Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen historischen und aktuellen Typenkonzepten diente als Ausgangspunkt für eine eigene Aufgabenstellung genutzt werden, welche im Rahmen des Lehrforschungsprojektes wissenschaftlich vertieft wurde. 

 

 

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Franziska Käuferle, Sina Riedlinger
Der Markt Kühbach – eine Untersuchung

 

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“Nach Linnes Vorbild sollte eine Klassifikation mit Schwerpunkt auf Wohnen und Arbeiten im ländlichen Raum entstehen. Nach dem Einstieg in die erste Analysearbeit wurde schnell klar, dass die ausgewählten Typen wie Bauernhof, Mühle, Bäcker oder Schreiner nicht einzeln und losgelöst betrachtet werden können. Sie existieren in einem Kontext und sind in einer Ansammlung anzufinden die in einem Traditionsgebiet verankert ist. Deshalb müssen sie in diesem Rahmen analysiert und verstanden werden. Die Cluster bilden eine Wirtschafts- und Sozialstruktur, darüber hinaus auch eine politische Einheit. Das Dorf.“

 

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Robert Bauer
Kopie vs. Imitation – Bildwahrnehmung als architektonischer Entwurfsansatz

 

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“Das Entwerfen mit objekthaften sowie imaginären Bildern soll als eine Form der Erinnerung – an bekannte Räume und Typologien – hinterfragt werden. Es wird die These untersucht, ob eine geistige Sammlung von architektonischen Atmosphären, physisch in Bildern übersetzt, die historisch überkommenen Typologie-Sammlungen als Entwurfswerkzeug ersetzen kann.“

 

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Denitsa Todorova
Wohnen und Arbeiten unter einem Dach – ein Hybrid im urbanen Raum

 

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“Wohnen und Arbeiten unter einem Dach ist eine Typologie, die schon immer existiert hat. Sie hat ihre Geschichte und Entwicklung. Man kann sagen, dass es eine Typologie der Gesellschaft und ihrer Wandlung ist.“