MASTERTHESIS | WiSe 14

Besucherzentrum Nationalpark Schwarzwald 

Daniel Nuhn

 

 

Die moderne Markthalle 

Yvonne Fissel und Katharina Woicke

 

 

maritime museum, i Tungenvagen, Norge 

Jana Wecker

 

 

Potsdamer Straße 

Carolin Kuhn

 

 

 

 

 

 

 

 

Besucherzentrum Nationalpark Schwarzwald

Daniel Nuhn

 

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Ausgangssituation

Die Gründung des Nationalparks Schwarzwald ist der Anlass für die Errichtung eines Besucher- und Informationszentrums. Das Besucherzentrum soll neben seiner Rolle als zentrale Anlaufstelle für den Nationalpark, auch die Themen Umweltbildung, Besucherinformation und Besucherlenkung zum Schwerpunkt haben. 

 

Positionierung und Volumenausbildung

Die Positionierung des Entwurfs ergibt sich durch den behutsamen Umgang mit den geschützen Baumgruppen. Indem sich das Gebäude von der Straße nördlich des Grundstücks abwendet schafft er einen direkten Bezug zur Natur. 

Das umfangreiche Raumprogramm gliedert sich zunächst in 9 Körpern auf, die sich in die Topographie des Berges hineinsetzen. Um diesen Raum zu gewährleisten schafft eine Stützmauer Terrassierenden entsprechend der natürlichen Höhenentwicklung. Die Präsenz dieser Stützmauer bildet gleichzeitig ein verbindendes Element zwischen den Körpern.

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Konstruktion

Die Symbiose zweier Bauweisen und Materialien bestimmt den Charakter des Entwurfs. Die Grundlage bilden die aus dem lokalen Buntsandstein errichteten Stützund „Erschließungsmauern“. Diese werden durch Holzelemente ergänzt und erweitert um eine Einheit zu bilden.

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Wegeführung und Ausstellungsverlauf

Der Komplex wird über eine Rampe mit der Straße und den anliegenden Parkflächen verbunden. Die -Ausstellung gliedert sich in den Themen Wissensvermittlung, leibliche Wahrnehmung und die Natur als Exponat auf. Ein komplexes Wegesystem vernetzt diese miteinander und fordert den Besucher auf, seinen eigenen Weg zu bestimmen.

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Dachlandschaft

Eine extensive Begrünung der Dachflächen des Gebäudes gibt dem von der Straße kommenden Betrachter den Eindruck gerasterter Felder in einer natürlichen Landschaft. Die gezielte Lenkung des Regenwassers bildet ein zusätzliches Naturerlebnis und Gestaltungselement.

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Die moderne Markthalle

 Yvonne Fissel und Katharina Woicke

 

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Lage

 

Das Grundstück befindet sich in Berlin Schöneberg zwischen der Hauptstraße im Südosten und der Belzigerstraße im Nordwesten. Es spannt sich somit zwischen zwei sehr unterschiedlichen Räumen auf. Die Hauptstraße ist eine stark befahrene Verkehrsader. Auf der mehrspurigen Straße strömen diverse Buslinien und Autos in einem nicht abreißenden Strom. An die Belzigerstraße hingegen schließt ein Park an, der wie eine grüne Oase im Zentrum zweier Häuserblocks sitzt. 

 

 

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Konzept 

 

Die Markthalle spannt sich zwischen der Verkehrsader im Südosten und der grünen Oase im Nordwesten auf und schafft somit eine Verbindung zwischen den gegensätzlichen Stadträumen. Von der Hauptstraße beginnend, öffnet sich die Struktur fließend zur Belzigerstraße. 

Mit dem gleichen Prinzip reagiert das Volumen jeweils auf die angrenzende Bebauung. An der Hauptstraße vermittelt es zwischen den unterschiedlichen Höhen der Nachbargebäude und bildet einen urbanen Kopfbau des Gebäudes. An der Belziger Straße versucht das Volumen visuell den ehemaligen Berliner Block zu schließen. Auf der einen Seite senkt es sich, um den angrenzenden Balkonen Belichtung zu gewährleisten. Auf der anderen Seite vermittelt es zur typischen Höhe der angrenzenden Wohnbebauung.

 

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Struktur

 

Um den besonderen Gegebenheiten des Grundstücks gerecht zu werden, bedarf es einer dynamischen Struktur. Zusätzlich soll sie den Anforderungen eines modernen Marktes gerecht werden. Der heutige Markt muss flexibel sein, was seine Nutzbarkeit angeht und ein besonderes Erlebnis für seine Besucher darstellen. Dabei spielt die räumliche Wahrnehmung des Systems eine große Rolle. Je nach dem wie man sich durch den Raum bewegt, verändert sich der durchschrittene Raum. So kann die Struktur sowohl Gänge und Felder bilden, geschlossen oder offen wirken.

 

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Das Raster für die Struktur entsteht aus zwei sich auffächernden Achsen. In Querrichtung sind diese Achsen gerade. Durch die Kombination von Reihung und Rotation verdichten sie sich zur Hauptstraße und öffnen sich zur Belziger Straße. In Längsrichtung sind die Achsen gebogen, da sie sich auf die Längen der jeweiligen Grundstücksseiten genau aufgeteilen.

Die konstruktive Struktur passt sich in ihrer Form und Größe an das dynamische Raster an. Das zeichnet sich auch im Grundriss ab. Je höher das einzelne Strukturelement ist, desto größer ist das Kreuz im Grundriss.

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maritime museum, i Tungenvagen, Norge

Jana Wecker

 

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Der Standort direkt an der Westküste Norwegens bietet eine atemberaubende Kulisse für das Maritime Wissenschaftszentrum. Mein Entwurf positioniert sich zwischen dem kleinen Hafen östlich und dem alten Leuchtturm westlich. Der Wanderweg, welcher an der Küste die Halbinsel Tunkendes entlang führt, wird durch ein Plateau mit dem Gebäude angebunden. Dieser Weg ist die Haupterschlie.ung des Museums. Er schafft eine indirekte, kreisförmige Annäherung an das Gebäude. Wie ein massiver Stein in der Brandung steht der Entwurf auf der Landzunge. In Anlehnung an die alten Schiffzeichen dient er als Orientierungspunkt in der horizontalen Küstenlandschaft. In der Form abstrakt und im Material der rauen Landschaft angepasst wird das Gebude aus rauen Beton geschalt und er gibt eine monolithische Wirkung.

 

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Aufgrund der augenfälligen inhaltlichen Verbindung von Umgebung und dem Museum wird eine Verknüpfung durch gezielte Öffnungen hergestellt und lässt die gerahmte Landschaft in das Museumskonzept einfließen.

Die Ausschnitte spannen im massiven Inneren ein komplexes Netzwerk aus Ausblicken und Raumstrukturen auf. Durch den Kontext werden Achsen innerhalb der Geb.udestruktur adaptiert und entwickeln sich zu neuen Raumeindrücken. Ähnlich wie der Effekt einer Lochkamera entsteht eine scharfes Bild erst durch eine gezielte Öffnung. Die Details der Umgebung werden .„portioniert.“ und durch Rahmen und Richtungen hervorgehoben. Der bewusste Verlust der Orientierung innerhalb der Ausstellung spielt mit den Ausschnitten der Landschaft.

 

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Durch diverse architektonische Gestaltungselemente wird der Weg vorgegeben und gibt dem Besucher die Möglichkeit sich treiben zu lassen. Im Zeitalter von Google muss das Museum mehr als eine reine Informationsquelle sein. Durch Raumerfahrung und Atmosphäre kann hier das Interesse der jungen Menschen nachhaltig geprägt und ein Erlebnis besonderer Art sein.

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Potsdamer Straße

Carolin Kuhn

 

Die Potsdamer Straße – ein Ort der Gegensätze. 

Aufgrund ihrer besonderen Geschichte bildet sich die Potsdamer Straße heute in ihrer städtebaulichen Struktur und ihren sozialen Aspekten als ein vielschichtiger und dynamischer Stadtraum ab. Die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und ihre Begrenzung durch die ehemalige Mauer ließen die Straße für Jahrzehnte in ihrer Entwicklung stagnieren. Diese Situation führte zu der Entstehung spezieller urbaner Räume, zu Nischen, die für die Bewegung der Subkultur, der Prostitution, für Zwischennutzungen und kleinteilige Bebauung Raum bot. Dadurch ist die Straße heute ein Konglomerat unterschiedlicher Räume, Kulturen und Situationen.

 

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Das Ziel dieser Arbeit ist eine architektonische Auseinandersetzung und entwurfliche Übertragung der heterogenen räumlichen Situationen auf ein neu gedachtes Gebäude in der Potsdamer Straße. Das Entwurfsgrundstück befindet sich an der Ecke Potsdamer Straße – Kurfürstenstraße. Der Entwurf soll dabei eine Struktur und Richtung anbieten und sich weiterentwickeln können, um so die Prozesse von Stadt zu ermöglichen. Durch die potenzielle Veränderbarkeit und den einfachen Ausbaustandard des Gebäudes wird den Akteuren der Stadt Raum gegeben und Teilhabe ermöglicht. Als Grundlage des Entwurfes dienen sechs spezifische Situationen, die unterschiedliche räumliche Qualitäten beschreiben. Diese Situationen werden in analytischen Zeichnungen, textlichen Formulierungen und fotographischen Analysen näher betrachtet und das räumliche Potential herausgearbeitet.

Alle Orte sind aufgrund ihrer Überschreibungsebenen, ideologischen Hintergründe oder auch zufällig entstanden Eigenschaften heterogene urbane Räume. Der Fokus dabei liegt nicht nur bei dem von Architekten und Stadtplanern gebauten und geplanten Raum, sondern auch dem Raum dazwischen, dem beiläufig entstandenen und informellen Raum. Die situativen Potenziale werden in thematischen Kategorien auf einen Hochbauentwurf in der Nachbarschaft der Potsdamer Straße angewendet. Die transferierten Kategorien werden dadurch erneut spezifische Qualitäten entfalten und die kontextuellen Bezüge des Entwurfs werden lesbar. Somit ist der Entwurf auch eine Erprobung und Umsetzung der räumlichen Qualitäten in einem Entwurf. 

Der Entwurf ist ein Experiment für eine Architektur der Vielheit, welche Stadt als Prozess anerkennt und ermöglicht. Durch das verwendete Stützen- und Wandraster sind bewusst verschiedene raumbildende Elemente gewählt, um unterschiedliche Qualitäten von Raum zu erzeugen. Im unteren Bereich des Gebäudes ist mehr Varianz möglich und die Räume sind durch ihr bloßes Stützenraster sehr offen. Dagegen bietet der obere Bereiche durch Wandscheiben abgetrenntere, privatere Räume an. Durch einen optionalen Einbau zusätzlicher Wandscheiben können die Bewohner je nach Bedarf die bauliche Struktur anpassen und auch das Verhältnis von Kontrolle und Ermöglichung dadurch neu diskutieren.14 

Durch die flexiblen Grundrisse und minimale Raumabgrenzung kann sich das Gebäude über die Zeit an die unterschiedlichen Bedürfnisse anpassen und den Nutzern die Umsetzung persönlicher, kollektiver, aber auch kontroverser Vorstellungen ermöglichen.

 

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